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 Interview with a Vampiress

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Kaela Khan
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BeitragThema: Interview with a Vampiress   Do 18 Sep 2014, 02:11

"Sag mal... warum bist Du so gekniffen auf Stacey?" fragte Elaine eines Abends Diane, als sie diese in ihrem gewölbeartigen Zimmer aufsuchte. Diane thronte regelrecht auf einem von H.R. Giger´s Harkonnenstühlen und er war in seiner anthrazitfarbenen Tongebung wahrscheinlich noch das chromatologisch gesehen Erfreulichste in diesem Saal. Diese Kaverne könnte direkt aus den Necromonger-Requisiten von einem Riddick-Film zusammengestellt worden sein. Diane mochte das. Dieses Mal in eine graue Stretch und ein lose fallendes Oberteil aus schwarzer Spitze gewandet hatte sie sich in diesen riesigen, finster-morbid wirkenden Stuhl hineindekoriert und sah zu Elaine, die auf der anderen Seite des Saales in einem flachen, breiten Sofa hockte.
"Warum mag ich sie so? Gute Frage... Stacey ist stockehrlich und spontan, sowas honoriere ich grundsätzlich." dachte Diane nach: "Und oh ja - sie hat einen Heidenrespekt vor mir, aber irgendwie glaube ich, daß sie mich... gern hat. Und indem ich versuche alles in meiner Macht Stehende für sie zu erreichen kann ich sicher sein, daß Megara sicher sein kann, daß Stacey sicher ist."
"Daher weht der Wind..." stellte Elaine eher eine Frage denn eine Feststellung in nden Raum und Diane lachte: "Ja - sozusagen arbeite ich mit Mutter daran eine kleine, aber feine Familie von außergewöhnlichen Leuten zusammenzustellen."
"Du hast auch mal eine Person gehabt, die Dir sehr nahestand... ?"
"Oh ja - auf der anderen Seite der Welt, in einer anderen Zeit und einem anderen Leben." legte Diane die Hände vor ihrem Gesicht aneinander und Elaine fragte: "Was ist passiert?"
"Krakatau." antwortete Diane.
Diane sah Elaine an: "Es ist ja so - ganz früher dachte ich, daß es sicher toll ist nahezu unverwüstlich zu sein und ewig lange zu leben - aber wenn man sich dazu durchringt auf kleine Veränderungen an einem selbst zu reagieren und das Umfeld im Auge zu behalten stellt man fest... daß alle einen einfach zu überholen scheinen. Sie... rasen vorbei. Und Du bleibst zurück. Menschen leben so schnell und sind so zerbrechlich - es war wirklich schwer für mich, zu einem solchen Wesen, zart wie Glas, vergänglich wie eine Schneeflocke eine Beziehung aufzubauen..."
Elaine konnte es nicht fassen. Die Königin der Nacht... sah nun selber klein und verletzlich aus. Wie das Wilderermädchen, das sie einst vor knapp einem Jahrtausend in Südfrankreich gewesen war. Diane ruckte aber wieder auf und fuhr fort: "Aber dann war da noch Mutter - und ihre Arbeit. Und sie erzählte mir, daß die Rasse der Vampire im Aussterben begriffen ist. In ein paar hundert Jahren wird es nichts mehr von uns geben, abgesehen von ein paar seltsamen Geninformationen. Aber meine Mutter hat dennoch ein Vermächtnis - das zukünftige Ende der Vampire kann für den Anfang einer neuen Sorte Mensch der Initialzünder sein..."
"...und Stacey ist ein solch neuer Mensch." schlussfolgerte Elaine. Diane nickte: "Homo Extremicon. Ich kann nicht ändern, was ich bin. Ich bin ein Unding, das habe ich oft genug und mit Stolz bewiesen. Kommt jemand meiner Familie zu nahe, wird die Hölle ihm nachher wie ein Badespaßland vorkommen. Aber ich kann immer noch entscheiden, WIE ich bin. Und selbst jemand - etwas - wie ich möchte wenigstens einmal etwas wirklich Sinnvolles tun - etwas erschaffen, das Bestand hat. WIR möchten das tun. Jeder von uns Solitaire - und wenn wir nur intellektuelles Erbgut in Form von... Ideen hinterlassen."
Und zum ersten Mal in ihrem Leben war Elaine richtig sprachlos. Diane fuhr fort: "Viele von uns Nospheraten halten sich für so unglaublich toll - aber was ist? Bauen WIR all die Dinge, die wir täglich nutzen? Erschaffen WIR all diese Sachen wie Kleidung, Gebäude und Sonstiges? Nein - das tun die Menschen. Denn die sind kreativ. Okay - unser Haus ist da vielleicht eine kleine Ausnahme..."
Lächelnd sah Diane zu Elaine hinüber: "Wart´s nur ab: Die Menschen werden lernen, ihren Geist zu nutzen. Sie werden zu stabileren Entitäten heranreifen. Nicht mehr einfach unwissende Beute - Nutzvieh - sein, als das viele andere Wesen sie heute noch betrachten. Und diesen Typen werden wir ordentlich in die Suppe spucken, mein Wort drauf.  Die Menschen werden bald - in unseren Maßstäben bald - in´s All aufbrechen. Und dann werden sie rüstige Gefährten sein, die genug Potential haben, daß selbst ich an ihrer Seite wieder ENDLICH so etwas wie ein... Mensch sein kann. Und auf diesen Tag, ab dem ich einfach wieder nur ich sein kann und an dem ich erleben darf, wozu die Menschheit WIRKLICH in der Lage ist, freue ich mich am meisten."
Elaine konnte einfach nur zuhören. Etwas dermaßen Episches - etwas von einer dermaßen gewaltigen Tragweite hatte sie noch niemals zu hören bekommen. Ja, sie war sich sicher: Stacey hätte keine interessanteren Leute kennenlernen können, als diesen Haufen. Das Haus Solitaire, dessen unglaubliches Wissen durch Megara´s Zukunftsvisionen ein... Ziel bekommen hatte.
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BeitragThema: Re: Interview with a Vampiress   Fr 19 Sep 2014, 00:08

"Sag mal, stimmt das - Du bist verrückt?" fragte Stacey eines Abends geradeheraus, als sie mit Messinah unterwegs in der Stadt war. Die rothaarige Vampiress steuerte stillvergnügt ihr unnützestes Spielzeug, wie sie es nennt - einen Bugatti Veyron in verschiedenen Blautönen vor ihren bevorzugten Abendclub - und so fungiert Stacey in ihrer `knitterfreien Garderobe´ als ihr Bodyguard. Messinah musterte Stacey, die genau so groß war wie sie - und grinste: "Leg einen Arm um mich."
"Was bitte?" fragte Stacey nach und Messinah grinste auffordernd: "Mach schon!"
"Okay..." tat Stacey wie ihr geheißen - und so gingen sie in trauter Zweisamkeit in das Nobelrestaurant und Messinah lächelte in sich hinein, als sie an ihrem Tisch ankamen: "Hähähä... Tatsächlich - alle sehen DICH an, weil Du so übel aussiehst... Ist ja´n Ding..."
"Das war alles?" fragte Stacey nach und Messinah musterte sie mit ihren kristallin grünen Augen: "Was denkst Du? Hab´ ich einen Knall?"
Stacey musterte Messinah mit ihrem ernsten, klaren Augen. Nach einiger Zeit fiel ihr ein... Schema auf. Das aber erkennen vielleicht nur Leute, die diese umtriebige Forscherin ziemlich gut kennen. Manchmal tut Messinah etwas, das völlig belang- und zusammenhanglos ist mit dem, was gerade um sie herum passiert. Das bedeutet aber nicht, daß SIE darin KEINEN Sinn erkennt...
Möglicherweise ergibt sich in näherer Zukunft daraus eine Gelegenheit - eine, für die Messinah wie unbeabsichtigt die Vorarbeit geleistet hat...
"...oder ich verhindere auf diese Weise irgendetwas... könnte doch auch sein." fügte Messinah hinzu und Stacey nickte.
Dann schreckte sie hoch.
Messinah hatte gerade auf ihre Gedanken geantwortet?! Und die rothaarige Frau lächelte gemütlich vor sich hin: "Jaja,,, Gedankenlesen... also, wer hat hier jetzt `nen Knall - Du - oder ich?"
Stacey war verwirrt - also, ihrer Theorie nach konnte diese Frau eine gewisse Zeitspanne in die Zukunft sehen - was ja an sich schon ausgefallen genug wäre - und nun konnte sie auch noch Gedanken lesen?
Messinah sah ihrer `Reißbrett-Enkelin´ nun genau in die Augen: "Das ist, was ich damit meine, wenn ich davon rede, den Geist zu trainieren, Kind. Grenzen... setzt ihr euch nur selber. Klar sind gewisse kleine Hilfsmitel ganz nett - aber im Prinzip... bist Du Dir selber Power genug. Jeder normale Mensch birgt genug biokinetische Energie in all den Entladungen seiner Nervenbahnen für sieben Kernreaktionen."
Sie richtet sich auf, als ihre Getränke kommen: "Aber sie nutzen sie nicht. Sie wissen nichts von dieser `LifeForce´, oder wie man sie am effektivsten nutzen kann. DU... weiß das. Mach was draus! Denn nun... kannst Du uns tatsächlich überraschen!"
"Du bist nicht verrückt." schloss Stacey sachlich ihre Beobachtungen.
Messinah legte den Kopf schief.
"Ich glaube, Du denkst an so viele Dinge gleichzeitig, daß das ohnehin keiner rafft - und was man nicht rafft, ist wie immer entweder beängstigend oder verrückt." schlussfolgerte Stacey und Messinah nickte anerkennend: "Du begreifst es... `Wahnsinn´ ist nicht starr definiert. Was normal ist und was nicht, muss jeder für sich selber festlegen."
`Und ich bin wirklich erstaunt, daß ich mit einem so jungen Ding auf einer solchen Ebene reden kann - Megara hat eine gute Hand für sowas...´ dachte sich Messinah.


Zuletzt von Kaela Khan am Mi 24 Sep 2014, 23:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Die kleine Eiszeit   Mo 22 Sep 2014, 01:44

"1693 war interessant - der Vatikan hatte einen Attentäter auf uns angesetzt - einen kleinen, gelehrigen Schlingel, der eher aussah wie ein Hofmusiker." erinnerte sich Enielle.
Megara und Stacey hörten gespannt zu, als die blonde Vampiress von ihren damaligen Eskapaden mit ihrer Schwester erzählte: "Man muss dazu wissen, daß Frankreich natürlich stockkatholisch ist - und wir uns seit jeher als `protestantisch´ ansehen. Und dann gab es da zwei evangelische Vampire, die in Frankreich für Furore sorgten? Der Vatikan war außer sich."
"Warum das?" fragte Stacey und Enielle lachte: "Weil wir England mochten - und Frankreich dauernd versuchte, England in einen Krieg hineinzuziehen. Und da Frankreich dies mit dem Wohlwollen des Vatikans tat - man hoffte, daß nach einem Sieg Frankreichs die Britischen Inseln wieder kartholisch werden würden - und den Protestanten damit ordentlich Wind aus den Segeln genommen würde. Was möglicherweise den 30jährigen Krieg nicht ungeschehen machen würde - aber wenigstens etwas in ihrem Sinne geradegerückt hätte."
"Also habt ihr zwei was getan?" wollte Megara wissen.
"Oh - wir haben Adlige hopsgenommen und deren Geld eingesammelt. Aber da wir immer hatten, was wir brauchten, haben wir es in den Armenvierteln der Städte nachts von den Dächern geworfen." erinnerte sich Enielle. Sie sah belustigt zu, wie Stacey und Megara sie mit wandtellergroßen Augen ansahen, als sie weiterredete: "Und eines Nachts habe ich Diane für einen Maskenball als Mann verkleidet und mich in ein Ballkleid verpackt - mit Halbmasken, wie es sich gehört. Menuett tanzend waren wir die Show des Abends - der Ballsaal gehörte uns. Ihr müsst wissen: Diane kann sehr gut tanzen!"



"Und was wolltet ihr eigentlich da?" wollte Stacey wissen. Etwas überlegend kam Enielle wieder drauf: "Oh ja - da war eing roßes Pulverlager und eine Kanonengießerei der französischen Marine. Das haben wir ein wenig angezündet - und uns dann schnell verkrümelt."
"Das ist ja krass! Wie voll die Geheimagenten!" staunte Megara und Stacey nickte. Lachend meinte Enielle: "Nunja, knapp 100 Jahre vorher hat Elizabeth I. den britischen Geheimdienst gegründet - der schon damals sehr gut war. Es gibt ein Ölbild von ihr, auf dem sie ein kompliziert gemustertes Kleid trägt. Und wenn man sich dieses Muster genau ansieht, stellt man fest, daß es aus lauter Augen und Ohren besteht..."
Die beiden sahen Enielle platt an. Da saß sie nun in ihren typischen blauweißen Aerobic-Klamotten und musterte die beiden belustigt: "Was denn? Es war nicht alles Steinzeit vor dem 20. Jahrhundert, wisst ihr?"
"Ihr seid echt total cool!" nickte Stacey bedächtig und Megara fragte weiter: Was war nun mit dem Vatikankiller?"
"Oh, der ist wirklich niedlich - vielleicht lernt ihr ihn mal kennen." meinte Enielle nachdenklich: "Damian Kaiserherbst ist der allererste Chrysalide unseres Hauses - sozusagen Dein Vorgängermodell, Stacey."
Stacey´s Augen wurden groß: "Echt jetzt? Es gibt mehr von mir?"
"Aber ja - wie gesagt - wir bereiten die Menschheit vor... auf etwas Großes." nickte Enielle, fuhr dann aber fort: "Wir wurden schnell auf ihn aufmerksam - beziehungsweise auf sein Können, denn der Knirps ist exorbitant ausgebildet an allem, womit man jemandem wehtun kann. Mann, kann DER Fallen stellen!"
"Der hat euch gejagt?" staunte Megara und sie grinste: "Oh, ja! Und zwar recht gut! Man hat ihn sogar mit wasserdichten Radschloßwaffen ausgestattet, deren Läufe gezogen waren - deutsche Waffen! Und wir wussten einfach nicht, wo der Kerl hockte, so weit war der weg. Steckschuss im Knie, Brustkorbtreffer und sowas alles - wir mussten uns was einfallen lassen. Also begannen wir, ihn langsam aber sicher an uns ranzulassen. Wir luden ihn dazu ein, `unseren Kreis zu betreten´."
"Was bedeutet das?" wollte Megara wissen und Enielle stand auf, nahm einen Degen von der Wand und ging in die MItte des Zimmers: "Der `Innere Kreis´ eines Kämpfers ist der Raum, in dem er mit einer Nahkampfwaffe effektiv ist. Das ist eine ziemlich altmodische Bezeichnung, aber ich finde sie immer noch am passendsten. Also stand ich mitten auf einer nächtlichen Kreuzung und ließ die Kugeln um mich herum einschlagen - also musste er kommen."
"Kam der Typ denn?" fragte Stacey gespannt.
"Oh, ja - und waren wir erstaunt - der war ja fast noch ein Kind - so groß in etwa." hielt Enielle ihre Hand auf ihre Ohrenhöhe.
"So´n Bodenturner?!" konnte Stacey es nicht fassen und Enielle nickte: "Ja, das war uns auch suspekt - aber andererseits - man kann seine zukünftigen Auftragskiller aus Waisenhäusern holen. Keine Verwandten, keine Freunde, keine Ablenkung - eine willfährige, kleine und exzellent funktionierende Mordmaschine, die zudem noch in anderen... Künsten ausgebildet worden war, die damals bei Hofe gerade en Vogue waren."
"Was denn?" fragte Megara nach und Stacey mutmaßte mal: "Der Typ war ein... Lustknabe?"
"Wenn ihr ihn mal seht, werde ihr es verstehen - Damian ist schnuckelig. Ein Kind seiner Zeit, wenn ihr so wollt. Damals war alles barock, üppig, opulent und bombastisch. Auch die Armut und die Epidemien. Jedenfalls - der Knirps kam mit seinem Rapier auf mich zu - und Diane sprang ihn an. Und bis sie ihm endlich das Chrysalium verabreicht hatte, hatte er sie schon mindestens ein Dutzend mal verwundet - und sie ihm diverse Knochen gebrochen. Damals musste man es noch injizieren - das war ein ganz schönes Geferkel, wenn der `Patient´ nicht stillhält..."
"Wow! Das ist hart!" staunte Megara und Stacey fragte: "War Diane nicht sauer auf den Typ?"
"Nein, wieso denn? Ist es verwerflich, sich wehren zu wollen? Im Gegenteil - sie war stolz darauf, daß das Chrysalium bei ihm wenigstens nicht vergeudet war. Und aßerdem..." begann Enielle verschmitzt zu lächeln: "...hat Damian sich in Diane verguckt, als er sie das erste Mal aus der Nähe sah. Und sie war davon so hin und weg, daß sie ihn regelmäßig verwüstet hat. Aber seine Regeneration ist ja nicht schlecht..."
"Verwüstet?" fragte Megara stutzig nach und Stacey ahnte Schlimmes: "Sag´ nichts dazu, okay?"
Doch Enielle dachte nicht daran: "Naja... Diane ist manchmal etwas wild, ihr versteht?"
"Wie dem auch sei - es gibt diesen Damian Kaiserherbst noch?" übersprang Stacey das Thema mit einer Frage, die Enielle beantwortete: "Ja, sicher. Er ist immer noch `im Geschäft´. Er meint, solange es Diktatoren, Terrortypen und Scientology-Krams gibt, wird er immer viel zu tun haben."

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BeitragThema: Verkehrte Welt   So 28 Sep 2014, 09:28

Auf dem Weg zurück zum Pendragon Tower fuhr Elaine die zierliche Fin in ihrem dunkelblauen Seville. Sie sah zu ihr rüber - und bemerkte da erst den kleinen Uncle Mike´s Klemmholster an Fin´s Gürtel in dem eine vernickelte Glock-17 steckte.
"Neuerdings eine Kanone am Start? Respekt..."
"Sind in Deinem Handschuhfach auch haufenweise Pistolen drin?" fragte Fin nach und Elaine´s Augenbraue zuckte hoch: "Öhhm... nein - nicht, daß ich wüsste."
Elaine konzentrierte sich auf die Fahrt - aber ab und zu musterte sie Fin. Sie wirkte tatsächlich irgendwie... anachronistisch auf den Rabenengel - mehr noch als sie selber. Da war dieser erfrischende Geruch von... Meerwind und Kernseife. Und so wirkte Fin auch - wie ein Mädchen an der Reling eines Teeklippers, das sich fragte, wie die Welt hinter dem stürmischen Horizont aussehen mag. Und irgendwie würde sie in ihrer weitärmeligen Bluse, der wallenden weißen Haarmähne und der hellen Jeans dort auch gar nicht mal so deplaziert wirken. Elaine fragte nach: "Und Du bist also gut mit Computern und sowas?"
"Ja - das hat mir Enielle beigebracht. Sie ist nett!" nickte Fin und Elaine dachte sich: `Natürlich ist Enielle nett - sie ist immerhin Deine Mutter.´
"Und Stacey ist auch nett?"
Fin nickte wieder "Und wie! Ich bin gerne bei ihr - da fühle ich mich sicher!"
"Und das ist nicht alles, oder?" hakte Elaine nach. Fin wurde rot.
"Dachte ich mir. Dir ist schon klar, was Stacey ist - und was Du bist?"
"Ist das so ein Problem?" fragte Fin trotzig nach und Elaine erwiderte: "Für mich nicht - und so, wie ich Stacey einschätze, weiß sie noch nicht mal was von ihrem Glück. Und sie ist Gottseidank mehr als nur stabil gebaut..."
"Aber ich bin doch nur ein ganz kleines Vampirchen..." versank Fin in ihrem Sitz.
"Du bist eine Enkeltochter von Messinah Pendragon. Ich habe keinen blassen Dunst, wozu diese Frau in der Lage ist - aber ich kenne Deine Mutter. Und Du beispielsweise bist auch noch überdurchschnittlich psychisch aktiv - weshalb Du fliegen kannst. Fazit: Du bist nicht einfach `ein kleines Vampirchen´. Du wärst eindeutig mehr als nur in der Lage, ein eigenes Haus zu gründen. Und kein kleines..." klärte Elaine sie auf. Sie hatte den Eindruck, als würde Fin sich gleich die Ohren zuhalten wollen - aber sie hörte Elaine sehr genau zu.
"Ich will aber kein Haus gründen. Ich mag meine Familie." erwiderte Fin.
"Das bezweifle ich auch gar nicht. Ich hege nur den Verdacht, daß Du gar nicht weißt, was Du alles kannst." erklärte Elaine und Fin sah sie mit großen Augen an: "Meinst Du wirklich?"
Elaine stutzte. Sie ließ sich da wahrscheinlich wieder in was reinziehen, wovon... egal. Sie fragte zurück: "Du fängst Katzen?"
"Ja - das kann ich gut!" nickte Fin zufrieden.
"Wozu?" wollte Elaine wissen und Fin flüsterte ihr zu: "Anfangs wollte ich wissen, wo sie immer so schnell hinrennen - und dann dachte ich mir: Fang doch mal eine. Und seitdem ist es so eine Art `Jagdfieber-Hobby´..."
"Aber Du lässte sie immer wieder laufen?"
"Klar! Katzen sind niedlich!"
"Wie kommst Du nur über die Runden?" staunte Elaine über die fröhliche Leichtigkeit dieses Mädchens und Fin sagte: "Messinah hat einen... `Weinkeller´. Und ich mag Süßkrams!"
"Wie bitte?" hakte Elaine nach.
Fin tippte gegen ihre Schläfe: "Messinah sagte, daß das Hirn viel Eiweiß und Zucker braucht, um zu funktionieren. Und andere sagen, daß Vampire nur Blut zu sich nehmen können. Also habe ich mich schlaugemacht - und probeweise mal Gummibären gegessen. Und das... hat funktioniert."
"Speziell Du könntest noch ganz andere Dinge essen..." fing Elaine an und Fin schüttelte den Kopf: "Das mag ich aber nicht! Nicht, weil ich es vielleicht nicht mögen würde - aber es würde anderen wehtun - sie umbringen."
"Zweifellos." bemerkte Elaine mit Blick auf Fin´s Pistole. Und Fin bemerkte das ebenfalls: "Sollte es jemals soweit kommen - kann ich es ja immer noch ausprobieren."
"Jahh... und ich bin gespannt, was DANN passieren wird..." bemerkte Elaine trocken.


Zuletzt von Kaela Khan am So 26 Okt 2014, 23:00 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Confidential!   So 28 Sep 2014, 21:13

Die vier Leute sahen offiziell aus.

Schön, daß es kurz nach 1600 war, als sie unangemeldet bei Messinah in ihrem unterirdisch gelegenen Reproduktionslabor auf der Matte standen. Gerade hatte Messinah einen Afghanistan-Veteranen auf der Liege sitzen, dem sie eine neuartige Armprothese anpasste, als die vier reinplatzten und der erste sagte: "Ich hoffe, wir stören nicht?"
"Aber natürlich tun Sie das." antwortete Messinah, ohne aufzusehen. Was den Veteranen amüsiert lächeln - und die vier konsterniert stutzen ließ. Schließlich nickte sie und der Veteran bedankte sich mit einer sich völlig natürlich bewegenden Kunsthand - dem Aussehen nach war das ein vollwertiger Cyberarm. Messinah drehte sich endlich zu ihren Besuchern um und ging aus dem Untersuchungsabteil mit seinem beigen Linoleumboden in den Empfangsraum mit seinem türkisgrünen Teppichboden - worauf sich ihr Overall ebenfalls blitzschnell umfärbte.
"Metamaterial - ich denke, wenn ich für das Pentagon arbeiten soll, muss ich wissen, was sie interessiert, was sie brauchen und was nicht... Wäre ja blödsinnig, wenn ich eines Tages losrenne und rufe, ich hätte ein Paralleluniversum erfunden und Sie sagen, das haben Sie schon - man nennt es Spiegel..." lächelte sie die erstaunten Männer an.
Einer der vier räusperte sich: "Okay, Ma´am - dann geht es um eine gewisse Mrs. Pearl Bullock..."
"...die Sie nicht haben können, die Sie nicht mehr zu interessieren hat - und die Sie auch nicht brauchen." stellte Messinah sachlich lächelnd fest.
"Sie ist also hier..." mutmaßte ein anderer und Messinah meinte: "...wo sie mit Sicherheit auch bleiben wird."
Sie schmiss sich leger in einen der schweren Ledersessel des mondänen Eingangsbereiches und blätterte betont gelangweilt in einem der ausliegenden Wissenschaftsmagazinen herum, während ein Mann mttleren Alters im blauen Anzug erwiderte: "Ma´am, ich denke, Sie wissen nicht..."
"...daß SIE nicht wissen, was ich alles weiß? Ich weiß zum Beispiel, daß Ihr sauberer Verein Pearl im zarten Alter von nur sechs Jahren einem Gas ausgesetzt hat, von dem Sie nicht mal wussten, was es für Auswirkungen hat - und kaum zeige ich Interesse an ihr, stehen Sie auf der Matte und halten die Kralle auf? ICH weiß, was das für ein Gas war, Sie Cretin. Soll ich es der amerikanischen Öffentlichkeit auch erzählen?"
Messinah setzte sich auf: "Nachdem Ihre Spanner Pearl über dreieinhalb Jahre beobachtet hatten und das Projekt anschließlich für gescheitert erklärt wurde, haben Sie Ihre ohnehin recht zweifelhaften Ansprüche über die Verfügungsgewalt der Person Miss Pearl Bullock verwirkt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert."
"Sie mischen sich da in eine Top-Secret-Regierungsangelegenheit ein..." fing einer der beiden Lieutenants an und die rothaarige Frau wandte sich um: "Oh - ihr zwei dürft sprechen? Wie süß - das tue ich nur, wenn Ihre zwei Kleiderständer im Konfirmationsfummel hier diese Angelegenheit dazu machen. Wissen ist Macht, so sagt man doch? Nun gut, ihr zwei NSA-Vögel - ich.... kann auch Daten sammeln. Und genau das habe ich getan."
"Was wollen Sie damit sagen?"
"Oh, ich will damit sagen, daß ich genügend verifizierte Infos auf Halde habe, um die Presse für das nächste Eindreivierteljahr 24/7 auf Trab zu halten - und genügend CNC-Blaupausen, um dafür zu sorgen, daß die Firmen Airfix, Tamiya und Revell innerhalb von 14 Tagen ein hochdetailliertes 1/48-Modell des AURORA-Jets herausbringen können - wie damals in den 80ern, Sie erinnern sich?"



Messinah lachte den sprachlosen Männern entgegen: "DAS... habe ich von IHNEN gelernt - man muss heutzutage aufpassen, mit wem man Geschäfte und Projekte tätigt. Und man muss sich dementsprechend absichern. Glauben Sie mir - gegen IHRE Geheimnisse sind meine ein Witz. ICH habe keine 12446 Bürger verschwinden lassen - oder noch größere Anzahlen von Personen für Experimente aller Art missbraucht."
"Das wäre Hochverrat!" rief einer der NSA-Leute aus und Messinah antwortete gütig: "Oh, ich bin sicher, daß der Senat, der Kongress und die Öffentlichkeit das anders sehen werden - vor allem hinsichtlich des Rechtes auf Information. Von mir wird ein möglicher Untersuchungsausschuss jedenfalls nicht zu hören bekommen, daß irgendetwas streng geheim sei - oder daß ich mich nicht daran erinnern kann - oh, mein Gedächtnis ist besser als Ihre vier Grützehügel zusammen - deshalb sitze ich auch in diesem absoluten High-Tech-Klotz, gegen den Cheyenne Mountain aussieht wie der Führerbunker nach der Sprengung - und Sie nicht. Comprendez?"
Messinah sah die vier stechend mit ihren reptiloid grünen Augen an - und lächelte dann: "Ich erlaube Ihnen nun, sich zurückzuziehen, meine Herren. Sehr gerne hätte ich gesagt, daß Ihr Besuch mich gefreut hat - aber das wäre eine Lüge und darin sind Sie besser als ich..."
Wortlos drehten sich die vier Leute um. Sie bebten vor Zorn, das konnte Mesisnah sehr wohl spüren. Dieser penetrante Menschenschlag war es nicht gewohnt, mit Volldampf wie auf einem Bonanzarad gegen eine Betonwand zu knallen. Aber das hinderte Messinah nicht daran, den Männern hinterherzurufen: "Sollte ich, Miss Bullock oder sonstwer aus meinem Bekanntenkreis krank werden, plötzlich verschwinden oder sich irgendwie komisch benehmen - Airfix, Tamiya und Revell. Ich hoffe, Sie haben das mitgeschnitten."
Megara kam in den Raum und staunte: "Booahhh... bist Du heftig drauf!"
"Jaja, Messinah ist rothaarig, grünäugig, schwarzherzig und leuchtet im Dunkeln, wenn sie sauer ist." ging sie zurück in ihr Labor - und Megara folgte ihr: "Also, so schwarzherzig finde ich Dich gar nicht!"
"Das bleibt aber unter uns." lächelte Messinah in sich hinein.
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BeitragThema: Wer ist das denn?   Do 09 Okt 2014, 00:35

Ist die süß!

...lief Pearl zu dem schwarzhaarigen Mädchen in den hellgrauen Jeansklamotten hin, das sie mit silbergrauen Augen neugierig musterte. Diane lächelte amüsiert: "Und das soll echt `ne Dämonin sein?"
Pearl umarmte die überraschte Diane und meinte: "Ach, was - ich bin nur ein ganz kleines Dämonileinichen - und dazu nur´n halbes! Sagte man mir jedenfalls..."
"Sie hat keine Ahnung, wie sie sich transformieren soll." kam Elaine mit Fin in den Raum und Stacey sah breit grinsend um die Ecke: "Also ist sie praktisch nur ein recht niedliches Stehrumchen."
Pearl streckte ihr die Zunge raus und Diane sah etwas irritiert aus: "Och, jetzt aber - hey - das ergab sogar einen Sinn! Ein Wortwitz - sehr erheiternd!"
"Also, wenn´s erst erklärt werden muss, ist der Witz für´n Arsch..." erwiderte Stacey stirnrunzelnd und Fin fragte neugierig nach: "Ist das sowas, wie wenn man einen Birminghamster geartischockt hat?"
Schallend lachte Stacey los und Diane nickte belustigt: "Genau das!"
Dann wandte sie sich an Pearl: "Angenehm - ich bin Diane - Megara´s `Mutter´, wenn Du so willst. Habe schon von Dir und Deinen reichlich ausgefallenen Hobbies gehört - unter Anderem von meiner Mutter Messinah."
"Hahaaa! Du kennst ja nicht mal die Hälfte - sie flitzt mit Messinah und ihrer Kameraausrüstung rum, steclt sie in die knallengsten Jeans, die sie finden kann und sie machen viele echt abgefahrene Bilder - und Messinah findet das auch noch toll!" meinte Stacey grinsend und Fin erzählte mit großen Augen weiter: "Kennst Du auch das Geheinnis des `großen, hypersensttiven Neuralkomplexes, dessen vorderer Hauptknotenpunkt der G-Punkt ist´?"
"Wie bitte?" lächelte Diane Fin recht überrumpelt an und Stacey meinte hektisch: "Och, nichts - hör´ einfach nicht hin!"
Diane sah Stacey prüfend an - und fing breit und genüsslich an zu grinsen: "Ohh, nein... das interessiert mich jetzt - das ist doch auf Messinah´s Mist gewachsen, oder?"



Fin schüttelte vehement den Kopf und wies auf Pearl: "Nö - das ist eigentlich IHR Mist!"
Diane zog eine Braue hoch, sah wieder zu Pearl hoch (Pearl ist fast 15 cm größer als sie) und legte skeptisch den Kopf schief: "Ich denke... wir werden reden müssen. Sonst noch was, das ich wissen sollte?"
"Oh, ja - Pearl mag es auch, echt große Dinge zu verschlucken!" nickte Fin heftig und Stacey stieß sie an: "Quasselstrippe!"
Diane´s Grinsen wurde immer breiter: "Ach... ist das so? Na, denn... Wie sieht´s aus - Bock auf eine echt... finstere Fotosession, Pearl?"
"Wo gehen wir hin?" zückte die allzeit bereite Pearl begeistert die Kamera und Diane drehte sich um: "In Messinah´s Labor - da steht der Tensorgenerator, hähä..."
"Ich will auch Fotos machen!" lief Fin ihnen hinterher und Stacey stöhnte: "War ja klar, daß Diane ruckzuck mit einem üblen Plan um die Ecke kommen würde..."
Dann sah sie neben sich Elaine dastehen. Mit ähnlich planlosem Gesichtsausdruck - aber hochrotem Kopf.
"Mal `ne Frage - an was denkst Du da eigentlich gerade?" fragte Stacey argwöhnlisch. Elaine´s Kopf ruckte herum - und ihr Blick klärte sich wieder. Dann meinte sie: "Ich... war nie im Himmel - aber ich glaube, wenn es so weitergeht, werde ich wohl eher die Hölle kennenlernen."
"Lust auf Ablenkung?" fragte Stacey verstehend und Elaine nickte. Stacey drehte sich um und wies auf den TransAm: "Lass´ uns zum Hafenviertel fahren - und´n paar Asos aufmischen."
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BeitragThema: Der sechste September 1952   Fr 10 Okt 2014, 01:13

...war Diane stets in Erinnerung geblieben - dieser bewölkte, eigentlich recht graue Tag, den sie tatsächlich draußen verbrachte, und zwar auf der Airshow der Stadt Farnborough. Dieser Tag... bewies ihr, daß es weit Schlimmeres gibt als sie selber. Sei es physisch - in Form einer bestimmten Person oder psychisch in Form eines gewissen... emotionalen Etwas.

WHEN BRITAIN RULED THE SKIES

Pearl erinnerte sie daran - und Stacey, die nun, als ausgebildete Raumpilotin ebenfalls von einem eigenwilligen ätherischen Hochtemperaturbrandflair umgeben war... Damals, 1952 in England...
...war die Luftfahrt einfach alles. Was kaum einer weiß - das Prinzip des Düsentriebwerks ist eigentlich stockbritisch. Es hat sich zuerst aber kaum einer dafür interessiert - bis auf die Deutschen. Aber nach dem Ende des Nationalsozialismus (und nach dem Ende von eigentlich so ziemlich Allem auf deutschem Boden) waren die natürlich aus dem Geschäft - für´s Erste.
Und Großbritannien war pleite - Krieg führen ist ein teures Vergnügen. Also macht man Geld mit dem, was man am besten kann: Schnelle Flugzeuge bauen. Etwas, was damals nicht mal die Amerikaner konnten. Was aber auch kaum einer weiß: Die Triebwerke in den MIG-15-Jägern, die den Amerikanern über Korea das Leben schwer machten - waren im Prinzip ebenfalls britisch.
Genau so britisch war die große, jährliche Farnborough Air Show. Der Rummel und der Volksfestcharakter waren gigantisch. Alles, was Rang und Namen hatte, kam hierher um alles, was in Großbritannien mit der Luftfahrt zu tun hatte aus der Nähe und vielleicht sogar in Aktion bewundern zu können. Und wie wundervoll das Wetter in England ist - die Wolkendecke ist dick und bleigrau, so daß Diane kein Problem damit hatte, sich das Spektakel unter freiem Himmel anzusehen!
England ist einfach toll!
Diane genoss es, zwischen den Leuten durchzustromern in der Gewissheit, daß sie trotz ihres fast teenagerhaften Äußeren (und ihrer durch die Amerikaner in Mode gekommenen Jeansgarderobe) eigentlich nichts und niemanden zu fürchten hatte. Diane war alt. Steinalt und mächtig noch dazu, So konnte sie sich voll und ganz auf den immer schneller voranschreitenden technischen Fortschritt konzentrieren. So betrachtete sie interessiert eine stromlinienförmige, dunkel lackierte VENOM mit ihrer charakterisctischen Doppelholmbauweise, die bald starten sollte, als sie gegenüber leise, aber doch sehr verständlich eine eigentlich angenehm dunkle Samtstimme mit einem ungewohnt russischen Akzent sagen hörte: "Sehr schöne Maschine - aber die Tragflächenkanten sind problematisch..."
Diane sah durch die Cockpitscheibe durch - und stellte fest, daß sie durch diese Cockpitscheibe von jemandem beobachtet wurde - und von was für jemandem...
Bordeauxrote, schrägstehende Augen in einem dunkelhäutigen, exotischen Gesicht musterten Diane gemütlich. Mit einer Mischung aus Langeweile und müdem Interesse richtete sich diese Person fließend elegant in ihrem dunkelgrauen, taillierten und teuer aussehenden Hosenanzug auf - und Diane realisierte frostkalt: Die ist nicht nur groß - die ist schweinealt - wahrscheinlich sogar älter als ihre eigene Mutter. Unheimlich machtvoll konnte Diane die ruhige, ausgeglichene Aura dieses Urzeitmonsters fühlen, als die Unbekannte lächelte: "Moderne Technik ist was Tolles - aber man muss ihr Zeit zum reifen geben."
Das ungewöhnliche Gesicht mit den kurzen, ovalen Brauen nagelte Diane einfach fest, während die ewig langen, schweren und ölschwarzen Haare sich von dem aufkommenden frischen Wind kaum beeindruckt zeigten. Mit den Händen in den Taschen des Sakkos sah die Unbekannte sich zu anderem Fluggerät um: "Siehst Du die Gloster Meteor da hinten? Die ist ausgereift. Nicht mehr die Schnellste - aber dafür sehr zuverlässig."
"Wer bist Du?" brachte Diane endlich raus. Die Fremde drehte sich zu ihr um und sah lächelnd auf sie herab: "Die Winterkönigin. Letzte der Sudennen - die Voivodin. Man nannte mich einst Borodina - und wenn ich einst hierher nach England ziehe, werde ich LADY ROTH sein..."
"Hierherziehen?" echote Diane und die geradezu einschüchternd präsente Frau stand lässig vor ihr: "Warum nicht? Es ist - hm... früher Nachmittag - und ich stehe draußen. England ist wirklich... schön für uns..."
Dann sah sie zu den Leuten, die die Venom für den Flug vorbereiteten: "Weißt Du, daß die einmotorige Vorgängervariante der Venom VAMPIRE heißt? Harhar... wenn das nicht lustig ist...oh, sieh nur - gleich geht es los."
Die zweistrahlige, futuristisch wirkende Doppelholmmaschine rollt auf die Startbahn zu und der Ansager klärt die Zuschauer auf, daß die zwei Piloten vorhaben wie gestern die Schallmauer zu durchbrechen - und die düstere Frau neben Diane lächelt freudlos: "Das würde ich aber lassen."
"Wie meinst Du das?"
"Sieh - als ich bemerkte, zu was ich in der Lage war stellte ich auch schnell fest, daß ich Ausrüstung brauchte, die mit mir mithalten konnte. Schwerter wurden spröde und brachen, Lederzeugs platzte oder riss..." erklärte die Frau, ohne die schwarze Venom aus den Augen zu lassen. Sie fuhr fort: "Was wir hier haben sind Flugzeuge, die auf althergebrachte Art und Weise gebaut worden sind - mit Triebwerken, die für übermorgen bestimmt sind. Ich hege das ungute Gefühl, daß die Triebwerke nicht nur ihrer Zeit, sondern auch ihren Flugzeugen voraus sind. Sie sind zu..."
Und dann bekam Diane - und jeder Andere auf der Farnborough Air Show mit, was diese geheimnisvolle Frau zu erklären versuchte. Für alle sichtbar schien die röhrende Venom am Himmel einfach zu... platzen. Die Ruhe war unnatürlich. Man konnte sehen, wie Aluminiumteile konfettigleich zu Boden sanken, wie größere Trümmerteile sich in die Wiese bohrten - und wie sich die zwei immer noch röhrenden Triebwerke wie rauchende Raketen auf ihren Kondensstreifen in einen Zuschauerhügel rammten.
Alles war so glasklar und so... surreal, daß Diane einfach alles geradezu lächerlich detailreich mitbekam - ob sie wollte oder auch nicht. Oh, sie hatte schon viel Grauenvolles gesehen -. und nicht weniges davon selber inszeniert - aber das hier war... unreal. 
Neben ihr stand diese beinahe unirdische Monsterfrau, die scheinbar emotionslos zusah, wie ihre düstere Weissagung sich beinahe brachial ihren Platz in der bisher eher heiteren Nachkriegsrealität hineinriss - und sie konnte sehen, wie nicht weit von ihr entfernt in kerosingeschwängerter Atmosphäre auf einen Schlag 31 Menschen starben. Und sie konnte sehen, wie die Frau neben ihr zynisch und raubtierhaft zu grinsen anfing, als nach dem Aufräumen das Tagesprogramm einfach weiterlief - den Schallmauerflug würde nun eben eine Hawker Hunter versuchen. 
The Show must go on.
"Ein lustiges, kleines Land, dieses England. Ich werde mich dafür verwenden, keine Nuklearsprengköpfe hier zu platzieren." lächelte die Frau. Diane stand einfach stocksteif da, als sie von hinten umarmt wurde: "Aber es wird ein kleines Armageddon geben, wenn ich erst mal hier ankommen werde - das ist unausweichlich. Oh ja - denk an meine Worte - und fliegt nicht mit der Comet. Wartet, bis sie... ausgereift ist."
Dann ging die Frau einfach - und ließ Diane mitten zwischen all den Leuten stehen.
Und tatsächlich - der erste serienreife Passagierjet der Welt schien ebenfalls verflucht zu sein...

Hm... Wo mochte diese Frau nun sein?
Weit weg, in Birmingham, musste Lady Roth plötzlich niesen.
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BeitragThema: Bock auf ein Joint Venture?   So 12 Okt 2014, 17:18

E-Mail from: Pendragon Trust/Maine, U.S.A.

to: HQ Daelyr via Darkweb

Ich werde euch nun mal was erzählen, denn...

1.: Ihr habt keine Angst vor einem Taschenrechner.
2.: Ihr seid nicht davon überzeugt, der `Nabel der bekannten Welt´ zu sein.
3.: Ihr seid intelligent und aufgeschlossen genug zu realisieren, worauf ich hinaus will - und wohin ich hinauswill.

Nun folgt eine Geschichte voller völlig unwahrscheinlicher Fakten, die aber dennoch genau so eintraten - der Beweis dafür sind wir alle. Vor knapp 5 Milliarden Jahren war das Sonnensystem, wie wir es heute kennen, noch Utopie - es gab die Sonne, und die lief gerade erst mal warm, weil sie brandneu war. Aus dem um die Sonne in Form einer riesigen Scheibe kreisenden interstellaren Staub, am Rande unserer etwa 98000 Lichtjahre durchmessenden Heimatgalaxie mit geschätzten 250000000000 anderen Sonnensystemen ballten sich durch Gravitation schließlich Planeten zusammen - darunter auch die Erde - das geschah vor etwa 4,8 Milliarden Jahren.
Während die Erde also heranwuchs, indem sie Materie in ihrem Gravitationsbereich anzog, krachte sie mit einem marsgroßen Himmelskörper zusammen, den die Wissenschaft THEIA genannt hat. Der Streifschuss brach alles auf und eine riesige Trümmerwolke umkreiste die Erde, die nun einen dichten Eisenkern enthielt - und aus der Trümmerwolke entstand der MOND. Dies geschah vor 4,5 Milliarden Jahren.
Nachfolgend hatten die äußeren Gasriesen die tolle Idee, ihre Umlaufbahnen zu ändern, was Unmengen von Asteroiden, Kometen und Meteoriten in den inneren solaren Raum schickte - das große Bombardement begann - dem die Erde auch ihre riesigen Ozeane verdankt - das geschah vor knapp vier Milliarden Jahren.
Zuerst war der Mond noch nah an der Erde dran (er entfernt sich pro Jahr um etwa 4 cm) und die Unterschiede zwischen Ebbe und Flut waren gewaltig. Aber die stabilisierende Wirkung des Mondorbits und die Umlaufbahn der Erde in der habitablen Zone unseres Zentralgestirns machten es möglich, daß aus den organischen Urbausteinen, die von den Kometen stammten, schließlich die ersten Lebewesen entstanden - unter ihnen die Stromatolithen. Das geschah vor 3,2 Milliarden Jahren.
Diese Algen erfanden die Photosynthese - zu einer Zeit, als die Tage noch kürzer waren und das Jahr 410 Tage hatte. Und das Abfallprodukt der Stromatolithen sollte die Atmosphäre der Erde für immer verändern - Sauerstoff. Eisen wurde ausgefällt, die Ozeane wechselten ihre Farbe von grün zu Rot - und als sich das Eisenoxyd abgesetzt hatte schließlich zu der Farbe, die wir heute kennen. Man kann diese Ablagerungen noch heute sehen - in Australien´s riesigen Schichten von Bändererz. Und an Australien´s Küsten finden wir auch immer noch... Stromatolithen.
Schließlich bekam das Leben in der `Kambrischen Explosion´ die Chance sich voll und ganz zu entfalten - und auch die ersten Wirbeltiere tauchten auf - unsere Vorfahren. Im Silur gab es also die ersten echten Fische, daraufhin die ersten Amphibien, Reptilien, säugetierähnliche Reptilien, Saurier, Vögel, Säugetiere - und dann wir. 

Und nun sagt mir: Sind das nicht ein paar Zufälle zuviel? Da MUSS es einen Masterplan geben - und die Antwort darauf denke ich, werden wir irgendwo da draußen finden - und ich habe vor, genau das in absehbarer Zeit zu tun. Deshalb forsche ich unter Anderem auch an Ionenantrieben und dem VASIMIR-Projekt.

Schickt mir beizeiten mal eine Antwort - falls ihr mich nicht für völlig durchgeknallt haltet, ja?

mfg
die liebe, kleine, süße, dicke Messinah
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