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Kaela Khan

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 | Thema: The Blue Jeans Angels So 12 Feb 2012, 20:42 | |
| (Hier mal was für Maki, damit sie wieder was zu grinsen hat.  ) Der L.A.-Metroplex - 2040 mit etwa 32 Millionen Einwohnern und seinen Arcologien* eine sogenannte Makropole - und nicht einmal die größte. Dafür eine der modernsten. Nach dem BIG ONE 2014, das eine Richterstärke von knapp 9,4 erreichte und fast 17 Minuten lang anhielt wurde das gesamte Areal neu aufgebaut - Grundstücke waren damals plötzlich sehr günstig. Ein Land, das nun von neuartigen Technologien geradezu überschwemmt wurde. Die Hafenanlagen, nun um fast vier Meter abgesackt, wurden neu aufgebaut - Landgewinnungsspezialisten aus den Niederlanden wurden eingeflogen um die Hafengegend neu zu entwerfen. Alte Gebäude, die immer noch standen und die neuen wurden mit großen, hydropneumatischen Stoßdämpfern versehen und die mit Trümmern bedeckten Straßen der Innenstadt... ...wurden einfach überbaut. Sie bilden nun eine Dunkelzone zwischen Kanalisation, U-bahn und dem Tageslicht - das sogenannte Apogäum. Wer hier unten lebt - lebt zusammen mit denen, die das Tageslicht scheuen: Industriemutanten, Cyberpsychos, Hardwarebanden und anderen Überbleibseln des knapp 20 Jahre alten Technologiesprungs. Damals wurde Klonen plötzlich hoffähig - die Bioimplantate und Bioprothesen ermöglichten den Verstümmelten des großen Bebens ein physisch normales Weiterleben - wenn sie es sich leisten konnten. Wer das nicht konnte - der besorgte sich kybernetische Prothesen - die zudem noch mit vielen Spielereien ausgestattet werden können. Oder er verdingte sich bei pharmazeutischen Konzernen als Versuchskaninchen - die zahlen gut. Wenn man mit einigen unvorhersehbaren Nebenwirkungen leben kann - warum nicht? Die Kristallpaläste der oberen Zehntausend in Höhen ab 260 Metern aufwärts haben zumeist ihre eigenen Sicherheitstruppen - auf den Straßen sorgt das LAPD für Recht und Ordnung (oder das, was davon übrig ist) und unter den Straßen und auf den Highways patrouilliert die MAXTAC - okay, vornehmlich auf den Highways, denn in das Apogäum traut man sich nur, wenn man einen wirklich guten Grund hat. In den Hafengegenden, um die Bahnhöfe, in der Industriebrache und um die Frachtflughäfen aber - also dort, wo es auch was zu holen und Banden gibt... Große Banden - und gut bewaffnete Banden - dort arbeitet die Truppe von Chief Wilson. In einem Hauptquartier, das einer Mischung aus Burg und Bunker ähnelt, dem HPD (eigentlich Harbor Police Department, aber aufgrund seiner zum Teil sehr radikalen Methoden allgemeinhin als Hardcore Police Department bekannt) sind die Truppen untergebracht, die selbst die MAXTAC mit Vorischt genießt - denn sie sind hart. Sie wurden aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsständen und Berufssparten gewählt - weil sie exzellent sind in dem, was sie tun. Ausgerüstet so, wie sie es als passend empfinden sind sie die Spezialisten - die Blue Jeans Angels. Entweder in Uniform, oder auch in Zivil (woher ihr Spitzname rührt) sind sie im Dienst stets an ihrem Abzeichen zu erkennen - dem HPD-Police-Abzeichen - auch Guns No Roses genannt. Denn in diesen Gegenden braucht es wieder so etwas wie Sheriffs und Marshals - und dementsprechend ist ihr Ansehen in der Bevölkerung recht hoch und es gibt viele Freiwillige, die sich bewerben. Aber die Auswahlkriterien sind hart. "Here´s no Place for Corruption, dirty political Tricks or smeary Lawyer´s Deals. Here´s only enough Place for Guns, Ammo and a Sense for what is the right Thing to do." Chief Wilson *Arcologien: Riesige, massive und fast autarke Gebäudekomplexe mit Tausenden von Einwohnern, die dieses Gebäude theoretisch nie verlassen müssen, wie eine Stadt in einem Haus - zumeist ähnlich einer bewohnten, beleuchteten Stufenpyramide (Siehe Blade Runner) (Und ich denke, ich spreche Dir aus der Seele, wenn ich sage: Charaktere, die HIER anfangen - die KÖNNEN auch was.  ) _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
Zuletzt von Kaela Khan am So 19 Feb 2012, 18:11 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet |
|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Mo 13 Feb 2012, 22:56 | |
| Allison Fairchild
Inzwischen eine lupenreine Synthoidin aus artifiziellem Protein und verbesserter Kunstmuskulatur. Das knapp 160 cm große, agile Persönchen mit den nackenlangen, schwarzen Haaren ist die Spezialistin für alles, was mit Highway, Motorrädern und dem beidhändigen Einsatz großkalibriger Handfeuerwaffen zu tun hat. Sie ist rein anatomisch-technisch gesehen ein FullBorg. Das Hirn ist inzwischen in Solid-State-Protein gelagert, was hochgradigen kinetischen Einflüssen die Wucht nimmt. Ihre Haut besitzt eine Impaktpanzerung der NATO-Schutzklasse A-7. Zudem hat sie sich als großer Fan klassischer japanischer Literatur für einen IMAGINOS-Body entschieden, der von ABYSS Dreams optisch aufgewertet wurde - in so fern, daß die exoderme Schicht wie mattgebürstetes Chrom-Vanadium wirkt. Das puppenhaft ebenmäßige Gesicht mit den großen, Kirschholzbraunen Augen hingegen sieht vollkommen normal aus. Ein molekular aufgebrachter Lotus-Effekt sorgt für eine angenehm einfache Hygieneroutine. Auf die Idee sich dieses extreme Outfit zuzulegen kam sie nach ihrem ersten Einsatz, der fast fatal und bei TraumaTeam auf der Intensivstation, verteilt auf vier Abteilungen endete - nachdem sie auf ihrem Patrouillenbike von einer Highwaybande fachgerecht tranchiert worden war. Gut, dachte sie sich - sie würde beweisen, was sie für einen Dickkopf hatte. Und der ist nun extra hartverschalt worden. Ihr belastbares Verbundstoffskelett gibt den verstärkten BiMetall-Karbonitmuskeln die nötige Stabilität - deren Leistungsfähigkeit könnte ein normales Skelett einfach zerbrechen. In ihrer Freizeit trainiert Allison MMA - sie geht keinerlei Risiken mehr ein. Acht Monate Rehabilitationstraining hinterlässt seine Spuren. Sie versteht sich gut mit Warrant Olympus, der Sekretärin vom Chef - ebenfalls eine TUNED, allerdings weniger auffällig. Viele Polizisten sind inzwischen aufgetunt, da sie mit den gefährlichen, teils illegalen Cybersystemen der Kriminellen mithalten können müssen. Das trotz seiner geringen Größe gut 84 Kilo wiegende PowerPack kommt morgens nur schwer in Fahrt - da kommt der berüchtigte Kaffee der so harmlos aussehenden Blondine gerade recht. Da springt man locker fünf Meter aus dem Stand. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Maki

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Di 14 Feb 2012, 08:23 | |
| Klingt chic. Wobei die Richtlinien der LAPD wohl Wunschdenken sind, gerade wenn das Risiko so hoch und der Lohn vermutlich nicht fürstlich ausfällt. Also gibt es Mutanten, Bioware, Cyberware und Synthetik? xD Letzteres müsste entsprechend teuer sein, sonst läuft jeder Ganove damit herum und du bräuchtest für den Dealer um die Ecke einen Raketenwerfer. ^^ _________________________________________________________________________________________________  |
|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Di 14 Feb 2012, 23:19 | |
| Es IST teuer - aber für einen Taser in der Flosse ist schnell gesorgt.
Der zappt einen, dann zappelste ne Runde ab - und feddich. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Do 16 Feb 2012, 17:17 | |
| So - meinen Chara hab´ ich schon:  Und ich kann mir schon ganz genau vorstellen, wie´s jetzt weitergehen wird. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Maki

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Do 16 Feb 2012, 20:49 | |
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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Do 16 Feb 2012, 21:33 | |
|  FUCK!! DER... braucht bestimmt Verschiedenes - aber keine Cybersysteme - welch ein Schrank! Haste schon einen Namen? So was Posiges wie Demarus Troy? Also, DER ist bestimmt fast doppelt so groß wie Chief Wilson! "Dem Schmocks! Look at him - they´ve sent us the goddamn Heir of Paul Bunyan, I can tell!" "Chief - I guess, we must send him to a Police Tailor for the Uniform and Stuff..." "And dis better has to be a good one - or we are sunk!" _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Maki

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Fr 17 Feb 2012, 00:06 | |
| Der ist gut 2.30. ^^ Bisher heißt er Borislav Kusnezow, genannt Boris, ein russischer Einwanderer mit einer Vorliebe für den American Way of Man's Life mit Grillabenden, Bier und Spritschleudern...hat anfangs als Undergroundkämpfer unter dem Künstlernamen Marduk Karriere gemacht, bis er von einem vernünftigen Trainer aus dem Milleu geholt wurde und aus ihm einen Kickboxer-Champ machen wollte. Da er früher allerdings gutes Geld eingebracht hatte, wollte man ihn nicht so einfach gehen lassen und er hatte ziemlichen Ärger mit ein paar Bossen, die sein Leben ganz schön aufgemischt haben...er hat den Spieß dann umgedreht, musste wegen diverser Probleme seine neue Karriere aber an den Nagel hängen und sich neu orientieren. Er hat eine Weile als kaputter Söldner in einem Privatunternehmen gearbeitet, bis sie ihn wegen der ständigen Kollateralschäden während seinen Aufträgen feuern mussten. Ich überlege noch, inwiefern der gepimpt ist. Seine Fäuste sind jetzt schon auf Granatenniveau, aber als Ein-Mann-Armee verträgt er vielleicht noch etwas Technik...oder Synthetik, je nachdem. ^^ _________________________________________________________________________________________________  |
|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels So 19 Feb 2012, 15:28 | |
| 21042041, 104432, L.A.-Metroplex Süd
Sich sinnloserweise streckend und dehnend setzte sich Allison in ihrem Bett auf. Statische Reibung ließ ihr die nackenlangen Haare zu Berge stehen, so daß sie aussah wie eines dieser Designerobjekte aus Glasfaser, die, eine Zeitlang modern, in nahezu jeder modernen Wohnung zu finden waren. Ebenso sinnloserweise stand sie nachfolgend unter der Dusche, wo das Wasser von ihr abperlte wie von einer Wachskerze. Immerhin entluden sich die Haare und sie ließen sich frisieren. Sie stand unschlüssig vor dem Waschbecken herum und begann schließlich ihre ebenmäßigen, aus molluskoider Keramik gewachsenen Zähne zu putzen. Klar - sie war ein Vollsynthet. Aber auch die sind Lebensformen, wenn auch aus artifizieller Biomasse. Folglich hat Allison alle Organe, die sie als vollwertiges Lebewesen so braucht. Auch, wenn ihre chromfarbene, athletische, an eine Art-Deco-Kühlerfigur erinnernde Gestalt Anderes verhieß - sie war ein Lebewesen. Sie fand das nicht so erstaunlich wie andere Leute - es gab immerhin auch metallicfarbene Fische und Insekten. Der Metalleffekt war eigentlich auch keiner. Da ihr Körperbau zu einem hohen Prozentsatz auf Kohlenstoff basiert, tut dies auch ihre exodermale Beschichtung. Es sind Lichtreflexe von den winzigen hexagonalen Prismen ihrer Oberflächenstruktur - das ist alles. Immerhin - der Überraschungsmoment ist eindeutig auf ihrer Seite, wenn ihr jeweiliges Gegenüber ihre Andersartigkeit bemerkt. Sie zog ihre franselige, ewig alte ausgewaschene Lieblingsjeans an, ein ärmelloses T-Shirt und ihre ausrangierte Einsatzweste. Dazu sinnlose, aber stylische Ellbogenstulpen in Schwarz, fingerlose Nietenhandschuhe und ihre hochschaftigen Lieblingsturnschuhe. Probeweise ging sie zu ihrem Wandspiegel, der eigentlich eine blankpolierte Stoßstange eines Kenworth-Trucks war, da diese die angenehme Eigenschaft hatte, nicht zu zerbrechen. Probeweise betrachtete sie sich darin und spannte mal ihren Bizeps an. Sie war narzisstisch genug, es zu mögen, wie der blanke Chromreflex über ihre drahtigen Oberarme wanderte. Sie lief die Treppe hinunter und ging in das Sekretariat. Bis auf Weiteres wohnte sie in der Polizeistation - warum auch nicht? Einen sichereren Ort gibt es kaum. `Fort Hope´, wie diese Polizeibastion genannt wurde, war ein beliebter Ort, um ringsherum zu wohnen - die Leute wussten, daß kaum eine Gang so kreuzdämlich wäre, hier in der Gegend was anzureißen. Warrant Olympus las gerade ein wenig in der Zeitung, als Allison hineinkam, um ihren dienstfreien Tag mit einer Tasse `Seppuku Special´, dem verwarnungspflichtigen Kaffee der Sekretärin zu beginnen. "Hallo, Allison - wie ich sehe, bist Du heute ziemlich früh dran?" begrüßte sie Olympus, was tatsächlich nicht ironisch gemeint war und Allison lächelte fröhlich: "Ja - ich wollte ein wenig in die Mega-Mall fahren." "Oh, gut! Kannst Du mir einen MP3er von Jan Hammer mitbringen? Ich mag den Sound!" fragte die Sekretärin und amüsierte sich wie immer über den Gesichtsausdruck nach dem ersten Schluck - kurzzeitig standen Allison wieder alle Haare zu Berge: "UUH! Na, klar - wow, das macht wach! Ohne diesen Kaffee wären wir echt am Arsch!" Dann war sie auf dem Weg in die Garage und machte ihr Kessler CyBike startklar. Es war ein Klassiker, der sich am Design eines alten, japanischen Animationsfilms orientierte, der AKIRA hieß. Das Design war so beliebt, daß es aus aller Welt Anfragen gab - so wurde eine robuste Version davon auf den Markt gebracht, die reißenden Absatz fand. Ihres war kupferrotmetallic und hatte schwarzgetönte Scheinwerfer und eine ebensolche Scheibe. Sie mochte das wuchtige Hinterrad, das eigentlich nichts weiter war, als eine an den Flanken abgeflachte Kugel aus Gummi mit einem prägnanten Profil. Eben so beliebt war ihre Seitenwaffe, eine CELTIC FROST im Kaliber .577NE. Sie war ebenfalls einer berühmten, japanischen Animeserie entnommen und ebenfalls sehr beliebt. Die meisten allerdings legten sich das riesige, schwere Monster in die Vitrine, da der Rückstoß nicht von jedem zu handhaben war. Dieses Problem hatte Allison nicht. Obwohl nicht sonderlich groß, war sie aufgebohrt bis zum Anschlag, so daß es von ihr auch eine CYBEX-Akte gab - nur rein proforma. Sie betrachtete sich als eine Art Gesamtkunstwerk - ab dem Zeitpunkt, da ihr damals im Krankenhaus klar war, daß man sie von Grund auf neu aufbauen musste entschloss sie sich dazu, etwas in der Art durchzuziehen. Wie gesagt - sie war dickköpfig.
Sie gab Gas und raste zur Umgehungsstraße in Richtung Stadtmitte. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Fr 24 Feb 2012, 18:49 | |
| Wow - da ist man mal´n paar Tage nicht da - und es passiert nix. Irgendwie bin ich darüber nicht mal verblüfft...
Auf dem Highway in den CorePlex konnte Allison gut entspannen – mit (für sie) gemütlichen 140 Km/h rauschte das Kessler CyBike über den Asphalt und produzierte dabei das für dieses Motorrad typische hallende, fast hypnotische Dröhnen. Vor zweieinhalb Jahren... ...erwachte sie aus dem medizinischen Koma – und stellte fest, dass alles genau so gelaufen war, wie sie es nach ihrer Einlieferung gewollt hatte. Eigentlich... sogar besser. Die Mediziner beobachteten sie und die Instrumente und sahen zufrieden aus, als der leitende CyDoc, Professor R. Cane, hereinkam und sie musterte: „Sieh mal an – so klein und so perfekt! Ich bin direkt stolz auf mich!“ Etwas erstaunt sah Allison den schlaksigen Mittsechziger mit der wirren, grauen Haarflut an: „Perfekt?“ „Aber klar – ich weiß, Sie haben für eine Transplantation in einen vollsynthetischen Imaginos™-Body unterschrieben und sich verpflichtet für die entstehenden Raten aufzukommen – aber Himmel hilf! So etwas Veraltetes? Stattdessen...“ holte er einen hohen Spiegel auf Rollen herein und als Allison klar wurde, was der Mann andeutete, fragte er: „Was siehst Du, Kind?“ „Mich.“ betrachtete Allison ihre zierliche Erscheinung in dem Krankenhemd – und bemerkte da erst, dass ihr Körper ab dem Hals abwärts wie mattgebürsteter Stahl schimmerte – durchzogen von dunkleren Linien, so dass sie wirkte, als würde sie eine hautenge Rüstung tragen. Belehrend hob der Mediziner den Zeigefinger: „Das trifft es nur teilweise – Du siehst hier ein Wesen, das zu allem in der Lage ist, was ein Mensch kann – und sogar zu mehr!“ Eigentlich war Allison nun etwas verunsichert, aber anstatt eventuell sogar wütend zu werden, war sie ruhig wie immer – und wurde nur neugierig: „Und was?“ „Nun...“ räusperte sich Cane: „Alles – Du fühlst Dich normal an, kannst normal essen, kannst auch sonst alle... körperlichen Aktivitäten durchführen, die man als Mensch so absolviert – und Du...“ „Das klingt eher nach einem kosmetischen Eingriff – ich bin...“ unterbrach sie den Arzt, während er den Spiegel wieder präsentierte, wie jemand, der für etwas Werbung macht: „...eine neuartige, aber dennoch organische Lebensform auf der Basis von Teflocarbon, natürlich vorkommender Keramikverbindungen und Silicium! Sieh genau hin – Dir fällt bestimmt was auf!“ Allison betrachtete neugierig geworden ihr Spiegelbild und in der Tat: Da war etwas – etwas, das nicht greifbar schien. Stutzig fragte sie nach: „Was meinen Sie?“ „Perfektion durch Symmetrie!“ rief der Professor aus. Wild fuchtelnd meinte er: „Ein Lebewesen steuert seinen Kurs selber – aber selbst, wenn z. B. ein Mensch in einer Wüste geradeausgehen will – geht er einen Bogen. Es gibt keine perfekt symmetrisch aufgebauten Lebensformen – außer DIR.“ Mit dramatischer Geste wies er auf Allison und erklärte seinen verblüfften Kollegen: „Sie wollen eine perfekte Lebensform sehen? Da steht sie. Perfekt symmetrisch – sowohl außen als auch innen.“ Dann grinste er sie an wie ein Vater seine Tochter: „Schätze Dich glücklich, Kind – so, wie Du ist niemand sonst! Dafür, dass Du mir die Gelegenheit gegeben hast, die Überlegenheit dieses Vollkörperersatzes zu beweisen übernehme ich die Kosten. Zu gut Deutsch: Du bist schuldenfrei!“ „Und was bringt es, so... symmetrisch zu sein?“ fragte Allison mit großen Augen nach. Und den Minen der anderen konnte sie ansehen, dass sie mit dieser Frage nicht alleine dastand. Cane setzte sich in den Besuchersessel, legte die Hände zusammen und erklärte: „Nun, in Deiner Arbeit als Polizistin brauchst Du Geschwindigkeit, Kraft, Ausdauer und Balance. Nun kannst Du Dich darauf verlassen, dass Deine linke Körperhälfte genau so viel wiegt, wie die rechte – und sich genau so verhält, nur eben spiegelverkehrt. Dein Herz schlägt nun genau unter Deinem massiven Brustbein und Dein Verdauungstrakt ist vom Aufbau her sehr viel simpler, allein dadurch, dass der Darm nun sehr kurz ist und links und rechts davon die Fermentierungsorgane sitzen – aber auch effektiver. Symmetrisch eben. Das aber macht Behandlungen bei Verletzungen sehr simpel. Wie ich sagte: Du bist kein CyBorg oder Android – Du bist ein Vollsynthet – klinisch rein. Und da Du ein organisches Lebewesen bist, brauchst Du auch keine Wartung. Du bist stark, schnell und robust. Du bist also die perfekte... Mensch-Maschine.“ Ab und zu wird sie von Wilson an die Sitte ausgeliehen, weil sie `so niedlich ist´, aber auch, weil sie in den dementsprechenden Etablissements gerne mal als `EroDoll´ durchgeht, die ein Verkaufsschlager aus Japan sind. Sie ist in ihrer Statur – und nicht zuletzt mit ihrem Gesicht – ein guter Lockvogel. Im Großen und Ganzen ist Allison immer noch so ruhig – was typisch für viele hochgradige Kampfsportler ist – und hat durch die Erfahrungen mit ihren neuen Eigenschaften noch etwas mehr dieser Ruhe hinzugewonnen. Cane meint, bei all der Artenvielfalt auf der Erde gibt es dennoch erstaunlich viele Lösungen bei unterschiedlichen Gattungen, die sich ähnlich sind – wenn sie nicht sogar identisch sind. Manche Anforderungen an eine Lebensform machen ein Endergebnis nicht nur wahrscheinlich, sondern oft sogar unausweichlich. Und die Tatsache, dass ihr Körperkonzept von einem SynthoSplice-Hochrechnernetzwerk namens DIVOLUTION in die Erbanlagen ihrer Zellen aus synthetischer Biomasse eingestanzt worden ist, lässt sie sich auch mehr als Person denn als Ding fühlen. Nietzsche sagte schon: Der Geist ist nur ein Werkzeug des Körpers – oder so. Nun, er hatte wohl recht. Allison stellte ihr Bike ab, aktivierte die MAGNAVOLT™-Diebstahlsicherung und ging in die Mall. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Rafal Drombofski

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 | Thema: ein unnötiger beitreag Mo 27 Feb 2012, 01:04 | |
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|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Mo 27 Feb 2012, 19:05 | |
| Docs`R´Us, Biotechnica, Raven Microcyb, Nygmatech… in den Ecken der Mall, wo man seinen Körper optisch oder auch anatomisch upgraden konnte, war wie immer Hochbetrieb. Die Anfangsfehler kamen eigentlich nur noch bei den BlackDocs und den illegalen Kunden vor – wie zum Beispiel kybernetische Arme, ohne den dazugehörigen Schultergürtel oder eine Verstärkung der Wirbelsäule. Klar hatten diese Arme ganz andere Kräfte als normale – aber der daranhängende Körper eben nicht. Sie hat schon öfters gesehen, wie sich ein Ungeübter den eigenen Arm ausgerissen hatte. Sie war hingegen durch und durch ein Kunstwesen – und fühlte sich dementsprechend gut. Klar hatte sie ihrem ehemaligen Körper nachgetrauert – aber so ist es besser, als im Hackenporsche zu hocken und mit Stephen Hawking Handball spielen zu können. „Wow, Kleine – wo gibt´s diese irren Arme?!“ starrten zwei Streetpunks mit russischer Hardware ihre metallischen Arme an und sie lächelte: „Auf der Intensivstation bei TraumaTeam. Ihr braucht euch nur mit etwa 210 Sachen auf der Autobahn mit Smileys* in den Speichen langlegen und auf dem Asphalt runterradieren zu lassen. Interesse?“ `Kleine Mongos...´ dachte Allison bei sich. Tatsächlich gab es nicht wenige, die ganz scharf darauf waren, sich kybernetische Gadgets einpflanzen zu lassen. Arme mit militärischer Panzerung in Tarnfarben oder welche mit feinen Gravuren in Silber oder Gold gab es genau so wie solche mit Chamäleonlack. Nicht zu vergessen die ganzen Kleinigkeiten, die man sich da einbauen lassen konnte: Taser, USB-Zugänge, Unterarmtastaturen; BodyPhone™, kleine Schmuggelfächer – in dieser Hinsicht war Allison´s Ausstattung verdammt nah an der CD – sie war nur... ein Mensch. Sozusagen. Keine Extras, keine Einbauten. Gut, sie hatte Leveldamper, Blendschutz, eine aktivierte Peptidschicht im Augenhintergrund und Induktionskontakte im Genick – aber das war rein dienstlich. Augen – ja, mit denen konnte man auch alles Mögliche anstellen – neue oder wechselnde Retinafarben, Tele- und Mikrooptik, interne Aufzeichnung, allen Blödsinn gab es da. Und wenn sie sich so betrachtete – stellte sie fest, dass ihr Aussehen auch alteriert worden war. Sie war... niedlicher entworfen worden, als sie von Natur aus war. Nun gut – aber im Gegensatz zu dem, was möglich war, war sie noch geradezu enttäuschend normal. Es gab – sagen wir mal... `Exoten´, denen man beim besten Willen nicht mehr ansah, dass sie einmal Menschen waren – Bio-Implantate machen´s möglich. Ob es katzenähnliche Leute waren, sogar drachenähnliche oder vollkommene... `Fabelwesen´, der medizinische Fortschritt war eigentlich nur noch als unheimlich zu bezeichnen. Es gab da sogar Wettbewerbe – wer am meisten `absteht´, wie man es nennt, hat gewonnen. Allison nennt es schlicht die `Freak-Show´. Möglicherweise ist sie da etwas konservativ – aber wenn bei solchen Contests einer auftaucht, der wie H.R. Giger´s Alien aussieht... nunja, wem´s taugt... Aber immerhin hatte sie nun, weswegen sie hier war – ihre zweite baugleiche Pistole. Das Ding musste man echt aus Europa importieren lassen. Nun wieder wundervoll symmetrisch fühlte sie sich gleich besser. Zeit, sich nach was zu Essen umzusehen. FullBorgs und Vollsyntheten neigen öfters dazu, dies zu vernachlässigen. Das ist bei solchen Modellen, die auf Nahrung angewiesen sind natürlich fatal – aber die kybernetische Medizin hat da einen netten Trick auf Lager: Sie staffiert die zur Nahrungsaufnahme nötigen Organe einfach mit einer gewissen Anzahl erogener Rezeptoren aus, so dass sich die Probanden einfach... `gut´ fühlen, wenn sie was essen. Also machte sich Allison auf dem Weg zu ihrem Lieblingsjapaner.
*Smiley: U.S.-Gangslang für eine massive, etwa einen Meter lange Kette mit einem dicken Vorhängeschloss an einem oder beiden Enden. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Di 28 Feb 2012, 22:13 | |
| Es gibt verschiedene Arten der Kommunikation – bei Fischen – sind es Farben. Man findet so zum Beispiel rings um den Globus Fische und Krebse mit einem bestimmten Blauton – dem Cleaner-Blue. Es besagt: `Ich putz´ Dir die Figur – also jetzt bitte nicht fressen.´ Das funktioniert natürlich nur per Sichtkontakt, daher haben viele Fische Chromatophoren, die sie dazu ermächtigen, schnell ihre Farben zu wechseln. Kalmarweibchen zeigen ihre Paarungsbereitschaft durch ein knalliges Rot und einen hellen Sattelfleck – und Männchen durch ein ebensolches Rot und einen grellweißen Pfeilfleck. Nasentiere wie Hunde hingegen können schon komplexere Nachrichten aus Pheromonen hinterlassen – indem sie irgendwo gegenpinkeln. Das hat den Vorteil, dass man verschiedene Nachrichten auf Vorrat hinterlassen kann wie: „Das hier ist MEIN verdammtes Revier!“ „Hi – ich bin neu hier.“ „Wer Stress will, weiß, wo er mich findet. Oder ich finde ihn.“ „Ich bin scheißgroß und stark!“ „Schätze, ich könnt´s grad gebrauchen – come in and find out...“ Menschen, so sagt man, interagieren durch Sprache und Schrift. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Unterbewusst beachten wir auch die Körpersprache, den Kleidungsstil, ja sogar den artspezifischen Geruch. Das ist der Grund dafür, dass Allison ist, wie sie ist. Die Kernaussage ist: `Ich bin umgänglich – aber macht nicht den Fehler, mich zu unterschätzen.´ Dementsprechend findet ihr Erscheinen in der Sushibar auch Beachtung, auch, wenn sie wirklich nicht sonderlich groß ist. Ihre Art der wortlosen Kommunikation sichert ihr einen gewissen Respektsabstand und eine dementsprechende Behandlung – in den meisten Fällen. So macht sie sich an einem kleinen Tisch am Laufband breit und bestellt sich zuallererst einmal einen Granatapfelsaft – welchen sie besonders gerne mag. Er ist knallrot, schmeckt süß und... undefinierbar kühl. Manchmal aber tauchen Leute auf, die gegenüber den unterschwelligen Anspielungen offenbar blind, taub und stumm zu sein scheinen, metaphorisch gesprochen. Ein Persönchen, noch kleiner als Allison, kam an ihren Tisch und strahlte sie mit ihren großen amethystfarbenen Augen an: „Hi! Ist hier noch frei?“ „Öhhm...“ stutzte Allison und sie klemmte sich an den Tisch: „Danke – ich bin Pearl! Und Du? Du siehst voll süß aus!“ Sprachlos starrte Allison das Mädchen an. Den Nacken ausrasiert und kastanienfarbene Haare, die auf dem Kopf wuschelig und perlmuttfarben wurden – offenbar TecHair – ein Gesicht, ihrem in gewisser Weise nicht unähnlich, ein pinkfarbenes T-Shirt, auf dem vorne BIG WHITE! stand und die Silhouette von einem Hai zu sehen war. Eine weiße Elasthan-Hose mit einigen schwarzen Streifen im oberen Drittel und Neoprenschuhe – offenbar eine Surferin. Die BORGHESIA-Sonnenbrille stilgerecht im Ausschnitt und eine Gürteltasche – und ein neongelbes ArmPad. Offenbar nicht unbewandert in PC-Angelegenheiten. Hat die sich was eingeworfen? Nein – die war offenbar von Natur aus so. Die Synthoidin musste lachen und meinte: „Ich heiße Allison. Na gut – hauen wir ordentlich rein.“ „Okay!“ ließ sich Pearl nicht zweimal sagen. Und WOW! DIE konnte essen! Zwischendrin war sie weiterhin redselig: „Ich wohn´ im Harbor-District – auf einer alten SUNBEAM-Yacht. Und Du?“ „Im HPD-Hauptquartier.“ futterte Allison ihre Sashimi – mit gut Wasabi drauf. „Wow – Du bist echt hart. Deshalb diese Monsterknarren? Du bist Polizistin? Echt cool...“ staunte Pearl - und Allison auch: „Das hört man nicht oft. Aber Du hast recht – ich bin bei der Polizei.“ Verschwörerisch sah sich Pearl um: „Und jetzt bist Du undercover hier, um bei einem Yakuza-Treffen dabeizusein?! HEFFFFTIG!“ „Ich habe meinen freien Tag.“ zerstörte Allison Pearl´s Phantasien und sie meinte gespielt resignierend: „Und wieder eine Illusion im Eimer. Egal – ich habe beschlossen, Dich zu mögen.“ „Schwein gehabt.“ lächelte Allison. Nicht zu fassen, dass es hier solche Leute gab. Ihr freier Tag gefiel ihr mehr und mehr. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Do 01 März 2012, 18:37 | |
| (Ich bin hartnäckig.) Das Kessler stand unverändert neben vielen anderen Bikes auf dem überdachten Vorplatz der Mall – und Allison beobachtete belustigt, wie Pearl´s großäugiges, staunendes Gesicht sich in dem aufwändigen Metalliclack und den verchromten Teilen spiegelte, als sie knapp über der Linie Armaturen-Tank-Sattel die Konturen verinnerlichte: „Al-ter-Lachs! Das ist definitiv das steilste Motorrad, das ich jemals gesehen habe!“  Dann schoss Pearl überraschend wieder hoch und strahlte Allison an: „Ich habe beschlossen – ich brauch´ ein Bike!“ „Das... ist ja toll.“ war die unausweichliche Erwiderung der überrumpelten Synthoidin. Pearl betrachtete weiterhin die unverwechselbare Form des zweirädrigen Ungetüms und fragte: „Wie kamst Du auf die Idee, Dir so was zuzulegen – es ist ja doch etwas aus... dem Rahmen gefallen.“ „Naja – ich bin nicht groß – aber dieses Ding ist so... bodennah gebaut, man liegt fast darin – und dennoch ist es einerseits so lässig lang und fett – und andererseits so krass vollverschalt, dass es jeder dahergelaufenen Ducati mal eben zeigen kann, was es heißt, an der Ampel stehenzubleiben...“ zählte Allison die Gründe auf – und Pearl stellte sich neben ihre neue Freundin. Skeptisch sah Allison zu: „Und das wird jetzt genau was?“ Tarierend wippte Pearl auf ihren Zehenspitzen: „Ich bin ungefähr... zwei – maximal dreieinhalb Zentimeter kleiner als Du.“ „Das kommt hin – und nun?“ „Weiß ich, dass Deine erste Wahl... auch MEINE sein wird!“ stellte Pearl ihre zweifellos vollkommen unvoreingenommene und objektive Schlussfolgerung in den Raum. Unternehmungslustig musterte Pearl die perplexe Allison über den Sattel hinweg – und die lachte plötzlich los: „Ist gut – okay – dann gehen wir wieder rein – im Untergeschoss finden wir bei Bikes&More auch einen Kessler-Vertragshändler – aber die Dinger sind nicht billig!“ „Das dachte ich mir schon – aber ich bin gut in meinem Job!“ gab Pearl zurück. „Was machst Du – außer Surfen?“ „Sieht man mir das an? Ich bin das, was Kim Schmitz gerne wäre...“ zwinkerte Pearl Allison zu – und die stutzte: „Eine Internetbetrügerin?!“ „ERFOLGREICH! Ich schreibe anthologische Sicherheitsprogramme! Meine Fresse...“ fluchte das quirlige Mädchen und Allison wies peinlich berührt auf einen Eingang, der vor lauter Neonröhren, Chrom und Lack nicht zu übersehen war: „Wir sind da.“ In zufriedener Zweisamkeit betraten die beiden den Showroom, wo so ziemlich alles vertreten war, das sich auf zwei oder auch drei Rädern zu bewegen pflegte. So gab es die klassischen Chopper, einige Skurrilitäten wie ein ewig langes Rennmotorrad, auf dem man fast drauflag und das einen V10-Motor hatte oder welche, die anstelle von Kolbenmotoren kleine Turbinen besaßen. Pearl konnte aus Allison´s MP3-Player leise das Lied BENZIN von Rammstein raushören, als sie vor dem stand, weshalb sie hier war... Aber der Verkäufer sah dem zierlichen Mädchen eher skeptisch zu, als sie das Kessler in Augenschein nahm. Pearl setzte sich... rein, musste man sagen und konnte mit ihren Beinen problemlos den Boden erreichen: „Supersache – Du hast recht!“ „Sag ich doch – und man hockt dadrin sehr bequem!“ konstatierte Allison zufrieden. Pearl sah über die rauchquarzfarbene Frontscheibe zum Vorderrad und stellte fest – dieses Fahrzeug war eher ein halbes Auto. Ein Kessler ist tatsächlich in erster Linie erst mal lang. Dann ist es flach. Und danach kommt lange Zeit nichts – dann aber ist es verdammt schnell. Pearl sah auf die Tankanzeige: „Halbvoll – das passt! Dieses Ding ist gekauft!“ Der Händler stutzte – und meinte dann lächelnd: „Das ist sehr schön – aber das hier ist ein Schaustück! Sie müssen...“ „Hören Sie – dies hier ist ein Motorradladen, nicht?“ fragte Pearl nach und der Verkäufer nickte: „Sicher, aber...“ „...hier ist jemand, der in diesem Laden dieses Motorrad kaufen will – hier und jetzt, bar auf die Kralle. Sie machen also gerade einen teuflisch guten Job – wo ist Ihr verdammtes Problem?“ fragte Pearl noch mal nach. „Sie verstehen nicht – das hier ist ein Schaustück – Sie können...“ „...das geile Stück Hardware gleich mitnehmen und SIE können ein Bild davon an die Wand pinnen mit dem Zusatz drunter `wegen enormer Nachfrage gerade ausverkauft!´ Wenn DAS keine scheißgute Werbung ist!“ schlug Pearl vor und drückte dem Mann tatsächlich einen Haufen Scheine in die Hand – etwas, das man heutzutage eher selten sah. Dies allerdings ließ auch die letzten Zweifel des Mannes verfliegen (auch die betreffs Pearl´s eher zerbrechlich erscheinenden Konstitution) und sie kam strahlend vom Merchandise-Stand zurück mit zwei dicken Aufklebern von KINGDOM COME. Allison indes hatte das Bike kurz einem Check unterzogen und stellte fest, dass es in nahezu perfektem Zustand war – Bikes&More hatte immerhin einen Ruf. Ein Reifensatz von Battlaxx – nur vom Feinsten in dem Bunker hier – und da fiel Allison erst was auf – die Aufkleber, die Sonnenbrille, all die ganzen Details an Pearl und ihre Art – okay, es waren Markenklamotten – aber sehr robuste und belastbare. Sie beobachtete die Programmiererin weiterhin, wie sie das mächtige, goldgrün-metallisch schimmernde Bike tatsächlich problemlos zur Auffahrt schob und fragte dann: „Du bist... Extremsportlerin, nicht?“ „Wow – Du kannst so was erraten? Cool!“ strahlte Pearl ihre neue Freundin an, während sie die Aufkleber links und rechts der NUDA-Gabel anbrachte. Dann wies sie die Auffahrt rauf: „Komm – lass´ uns was kacheln gehen! Dann zeig´ ich Dir einen Laden, wo man wirklich ALLE Musikdateien kriegt und dabei NICHT über den Tisch gezogen wird!“ „Der Deal steht.“ lächelte Allison und ging neben Pearl hoch zu ihrem Bike. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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|  | | Kaela Khan

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 | Thema: Re: The Blue Jeans Angels Do 01 März 2012, 20:36 | |
| „Was sagt man dazu...“ atmete Wilson aus und ließ sich auf seinen Stuhl fallen. Der knapp 174 cm große, rundliche Mittfünfziger mit den rotblonden Haaren, der Lesebrille und dem markanten Schnurrbart las die Protokolle durch, während Warrant Olympus dem vor ihm sitzenden Obdachlosen einen Kaffee servierte (etwas, worin sie ungeahnte Professionalität an den Tag legte). Sgt. Bronson ließ im Vernehmungsraum 4 gerade drei Streetpunks zusammenklappen, da sie dies vorher mit eben besagtem Obdachlosen getan hatten. Kleine Sünden – gerne auch etwas größere – bestraft der liebe Gott im Harbor District öfters mal sofort. Und er ist gut darin. „Also mal von Anfang an...“ lehnte sich Wilson zurück und musterte den hageren Mann mit dem Reibeisenkinn. Ungefähr so alt wie er selber. Blaues Auge, Schürfwunde an der Stirn, provisorisch versorgte Platzwunde am Wangenknochen, aber immer noch stolz. Weder blau, noch zugedröhnt. Auf die Story war er gespannt. Edward Clamp, seines Zeichens ehemaliger Hausinstallateur – der Nachname war also tatsächlich Programm. Elektro- und Gas-, bzw. Wasseranlagen, der Mann war also ein Allroundkönner. Wilson fragte: „Wie kommt es, dass Sie auf der Straße hocken?“ „Freie Marktwirtschaft – und die tollen Fertighauskonzerne mit ihren Baumarktservicestellen für die verwöhnten Möchtegern-Öko-Yuppies von heute, die in ihren Tablets während der... `Installation´ die Börsenkurse abrufen, während ihnen die Fische im Aquarium beim Energiesparen zusehen können.“ lautete seine farbenfrohe, von dementsprechenden Gesten untermalte Antwort: „Abgesehen davon, dass die meisten Typen bei diesen Dienstleistern illegale Einwanderer aus dem PacRim oder aus Mexico sind und die eingebauten Teile der letzte Dreck sind spekulieren die Baumarkttypen darauf, dass dann auch nur ja regelmäßig was in die Binsen geht – damit sich der Service auch schön rechnet, Sie verstehen?“ knurrte Clamp. Wilson verstand – als kleiner Betrieb geht man da schnell mal den Bach runter. Der Chief-Inspector fragte weiter: „Und was war heute genau?“ „ENDLICH mal jemand, der Kaffee kochen kann – nicht so eine überkandidelte Latte-Dingensgelöte-Scheiße aus Europa – und dann noch in so einem getarnten, verschissen kleinen Spucknapf, der vielleicht mal neben einer Tasse gestanden hat!“ stellte Clamp anerkennend die Tasse auf den Tisch und fuhr fort: „Die verlangen in den Straßencafés Preise für den Mist, als wäre der Dreck mit Blattgold überzogen – wo war ich? Ah, ja: Heute war ich in der Fußgängerzone der Vorstadt – bei den Bäckereien schlinger ich mal in den Hinterhöfen vorbei, da findet sich ab und an mal echt brauchbares Zeug. Man kann echt froh sein, dass man hier auf der Straße hockt – in Milwaukee frierste Dir im Winter den verdammten Arsch weg, das kann ich Ihnen flüstern.“ „Und weiter?“ „Naja – offenbar war ein Stück Torte nicht von gestern, sondern eher von letzter Woche – und ich musste plötzlich ganz dringend mal wohin! Und wie sollte es anders sein – es lässt einen keiner auf den Pott. Ich also runter in´s U-Bahn-Geschoss zu so einem verfluchten Shit´n-Pay-Lokus, gibt ja keine Ballerstuben mehr wie früher – und komme in eine Bude, die fast wirkt wie´n verdammtes Krankenhaus – mit einem Teil am Eingang, das aussieht wie vor´m Hallenbad! Ich prokel meine letzten Cents aus der Tasche und fummel mit einem 50-Cent-Stück an diesem Apparat rum, bis der mich endlich reinlässt – und ruckzuck rauf auf die Keramik! Fiel mir gar nicht auf, dass da keine Pinkelbecken waren wie sonst üblich, weil ich tierisch in die Schale brüllen musste!“ Warrant Olympus wusste bei einer derart plastischen Beschreibung nicht, ob sie rot werden oder lachen sollte – oder beides miteinander verbinden sollte, während Clamp fortfuhr: „Also Hauruck die Waschfrau gleich mal mindestens viereinhalb Kilo abgenommen. Nachdem ich mich danach wieder halbwegs hergerichtet habe komme ich aus dem Kabuff wieder raus – und da steht `ne Lokus-Schlonte, so breit wie lang - und sieht mich an wie´n Auto ohne Licht.“ „Weil Sie auf dem Damenklo gelandet waren.“ vervollständigte Wilson den `Tatbestand´. „Hab ich nix von mitbekommen – hatte da gerade andere Probleme.“ brummte Clamp. Dann hob er den Zeigefinger: „Aber´s kommt noch besser: Dann fing die fette Bruchbiene an was von Sittenstrolch und Vergewaltigung an zu plärren – und Hinz und Kunz sahen mich an, als ob ich drei Köppe und sechs Ärsche hätte. Ich also wieder raus aus dem Gehäuse und da rennen mir schon ein paar von diesen Seuchenvögeln von gerade eben hinterher – und fingen dann an mir die Scheiße aus dem Balg zu knüppeln, bis Ihr Sergeant um die Ecke kam und die Typen mal eben auf Links gezogen hat. Soll noch mal einer sagen, die Polizei ist nie da, wenn man sie braucht!“ Sichtlich zufrieden zog Wilson an seiner Pfeife: „Ja, so ist das – manchmal machen auch wir mal was richtig. Sagen Sie – Alkohol und Drogen sind für Sie kein Thema, scheint mir?“ „NÄH! Der Scheiß SCHAFFT nur Probleme und löst sie nicht – und Probleme habe ich so schon zur Genüge!“ fluchte Clamp und Wilson grinste noch zufriedener: „Interesse an einer dauerhaften Einstellung?“ „Wollen Sie mich verarschen?!“ fuhr Clamp auf und Wilson meinte: „Nicht die Spur – aber bei uns ist eine Stelle frei...“ „Ich denke, als Polizist wäre ich echt scheiße...“ erwiderte Clamp, aber Wilson erklärte: „Darum geht´s auch nicht – unser Hausmeisterposten ist noch unbesetzt. Dieses Hauptquartier ist noch nicht sonderlich alt, aber offenbar reicht sein Ruf schon aus, dass sich jeder dreimal überlegt, ob er hier arbeiten will, oder nicht.“ „Hausmeister, hm?“ rieb Clamp sein Stoppelkinn und Wilson meinte verschwörerisch: „Werkstatt ist da und komplett eingerichtet. Und Sie wären Staatsbeamter – mit Anspruch auf Pension...“ „Sie meinen das ernst, oder?“ „Laut dem, was in Ihren Akten steht, kriegen Sie den Job locker hin.“ Breit grinsend verstand Clamp: „Das ist ein Wort! Okay, Chief-Inspector – Sie haben einen verdammt qualifizierten Hausmeister!“ „Und hier der Papierkram von meiner verdammt qualifizierten Sekretärin.“ stimmte Wilson zu, als Olympus dem Mann einen Haufen Papiere gab: „Sgt. Bronson lässt fragen, ob Sie Anzeige erstatten wollen?“ „Nö – die haben einen Riesenarschvoll bekommen – und ich wieder eine vernünftige Arbeit. Das sollte reichen.“ brummte Clamp zufrieden und Wilson´s Achtung vor dem stockehrlichen Handwerker wuchs weiter. _________________________________________________________________________________________________ Mein Hunger betrifft viele Aspekte - und satt... war ich noch nie.
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